ULLAS ALLERLEI



HÜLSENFRÜCHTE: ERBSEN-, BOHNEN- UND LINSENSUPPE

Die Hülsenfrüchtesuppen eignen sich sehr zum "Fest-Nachessen".
Sie sind sehr mächtig und ersetzen auch ein Abendessen. Aber wenn ich meine Gäste vorher frage, welche Suppe ich denn zu einem Fest machen solle, sind immer einige dabei, die nach der Linsensuppe rufen. Also wird immer eine gekocht, auch wenn meist etwas davon übrig bleibt. Dann kann man sich den nächsten Tag noch einmal Gäste einladen und das ganze Fest bereden - sehr empfehlenswert, da man ja als Gastgeberin nicht alles mitbekommen hat. Julia, sei jetzt nicht frech und behaupte, da sei der Wein schuld. Ich halte dagegen: Als Gastgeberin muß ich mich um alle lieben Menschen kümmern, aber ich kann nicht überall gleichzeitig sein.

Ich erinnere mich, daß bei einem Fest in der Schraudolphstraße einmal ein halber Topf Linsensuppe übrig war. Der nächste Tag war leider ein Arbeitstag. Einen Tiefkühlschrank gab es noch nicht. Also was machen mit der Suppe? Ich nahm sie mit ins Büro (damals noch Augustenstraße). Am Nachmittag ein empörter Anruf: "Mama, wo ist die Linsensuppe?" Ja, so lockt man Töchter ins Büro.

Der langen Rede kurzer Sinn: Die Suppen schmecken und sind ganz einfach zuzubereiten. Das Rezept ist für alle drei Arten gleich - nur in die Linsensuppe gehören weniger Sellerie und Kartoffeln, dafür kommt Essig hinein - schon beim Kochen, dann beim Abschmecken und beim Servieren. Hier wieder "Fest"-Mengen:

1000 g grüne oder gelbe Erbsen, Bohnen oder Linsen
5 Stangen Lauch
1/2 kleine Sellerie
4 Mohrrüben
4 - 6 Kartoffeln
500 g Wammerl, Bauchspeck, oder wie man bei uns in Berlin sagte: durchwachsenen Speck
4 Zwiebeln
Fleischbrühe oder Suppenwürfel
Würstchen nach Belieben. Am besten finde ich die etwas festeren geräucherten, z. B. Debreziner oder Landjäger.

Die Hülsenfrüchte werden am Abend vorher in Wasser eingeweicht. Ungefähr doppelt so viel Wasser wie Früchte. Solltest du das Einweichen einmal vergessen, kannst du nur noch die Linsensuppe machen. Hier reichen auch ein paar Stunden. Zuerst setzt du die Hülsenfrüchte mit Suppenwürfeln auf den Herd. Kontrolliere, ob noch genügend Wasser im Topf ist, wenn alles aufgesogen ist, mußt du noch etwas nachgießen. Wieviel, das hängt davon ab, in welcher Konsistenz du die Suppe haben möchtest. Paß auf, daß dir nichts überkocht, denn Hülsenfrüchte schäumen leicht auf.

Während die Früchte kochen, schneidest du erst das Wammerl in Würfel. Die Schwarte kannst du im Topf mitkochen lassen (vor dem Servieren herausnehmen, es gibt aber auch Leute, die gerne Schwarte essen). Die Würfel in einer großen Pfanne goldgelb werden lassen. Nun kommen nacheinander die anderen kleingeschnittenen Zutaten dazu. Erst die Zwiebeln, und, wenn sie die richtige Färbung haben, das andere Gemüse. Etwa 5 Minuten wenden, und dann ab damit in den Topf zu den kochenden Hülsenfrüchten. Die Kochzeit ist etwa 2 Stunden - die Linsen brauchen weniger, die Bohnen eventuell mehr Zeit.

Vielleicht mußt du nachwürzen. In die Linsensuppe gehört Essig, in der Bohnensuppe macht sich ein Schuß Madeira ganz gut - aber erst beim Servieren. Die Würste mag ich kleingeschnitten in der Suppe. Gebe sie aber erst kurz vor dem Essen hinein, sonst schmeckt alles nach Wurst.

Da fällt mir doch wieder ein Histörchen aus meinem Leben ein. Am 8. April 1975 hatten Christoph und ich nachmittags einen Termin mit unseren jeweiligen Rechtsanwälten. Die Scheidung sollte zwei Tage später stattfinden (das tat sie auch). Es mußten alle Modalitäten ausgehandelt werden, was natürlich langwierig war. Auf ein Geburtstagsfest aber wollte ich nicht verzichten, und so stand ich den ganzen Vormittag in der Küche in der König-Heinrich-Straße und machte Suppen. Sie waren alle fertig und mußten nur noch warm gemacht werden. Ich kam spät nach Hause, und Ute hatte damit schon angefangen. Na ja, eine Suppe war dann nicht mehr genießbar. Ich glaube, es war eine Bohnensuppe.
Was kannst du daraus lernen?
Nicht nur beim Kochen - insbesondere der Hülsenfrüchte-Suppen -, sondern auch beim Wärmen und während eines Festes, wenn die Suppen immer für die Gäste bereit sein müssen, umrühren. Wenn du noch keine Kinder hast, die sich darum kümmern können, beauftrage einen lieben Gast. Also sei rührig, und freue dich auf den nächsten Tag.

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